Bleilegierungen

Bleilegierungen finden als Lagerwerkstoff, Weich-Lote, Schrot, Letternmetall, für Überzüge (zum Beispiel Terneblech, ein mit einer Blei-Zinn-Legierung überzogenes Stahlblech im Karosseriebau der Autoindustrie) und im Akkumulatorenbau Verwendung. Dabei spielen Legierungen mit Antimon, Cadmium, Arsen, Calcium, Wismut, Zinn und Kupfer eine technische Bedeutung, während es sich mit Eisen, Aluminium, Kobalt, Nickel, Titan oder Zink nur sehr schlecht legieren lässt. Dabei erhöhen Zusätze von Antimon und Zinn die Festigkeit, wobei Zinn zusätzlich die Korrosionsbeständigkeit zum Beispiel für Kabelmäntel beträchtlich verbessert. Mit Zusätzen von Cadmium und Arsen lässt sich die Festigkeit und Härte steigern, Seigerungen vermindern und eine bessere Kornfeinung erreichen.

Verwendung als Blei-Zinn-Lote:
Da Zinn in Blei-Zinn-Loten nach DIN 1707 den Schmelzpunkt des Bleis von 327°C auf 183°C erniedrigt (das Eutektikum liegt bei ca. 62% Zinn), zählen diese Legierungen aufgrund der niedrigen Arbeitstemperatur zu den niedrig schmelzenden Weich-Loten (z. B. L-PbSn60). Sie dienen zum Löten von Schwermetallen und ihren Legierungen und werden meist in Form von Draht oder mit Flussmittel gefülltem Hohldraht angeboten. Antimongehalte bis zu ca. 3% erhöhen die Feinkörnigkeit, während zusätzliche Gehalte an Eisen, Nickel, Arsen und Kupfer auf einen Maximalgehalt von 0,2% begrenzt sind.

Verwendung als Hartblei nach DIN 1728 oder DIN 1397:
Hartblei enthält als Hauptlegierungselement Antimon, das das weiche Blei erheblich härtet. Da im Zweistoffsystem Blei-/Antimon die Antimonlöslichkeit mit abnehmender Temperatur rückläufig ist, können antimonhaltige Bleilegierungen ausgehärtet werden, dabei liegt der Antimongehalt zwischen 0,5-13Gew.%. Die technische Verwendung von Hartblei erstreckt sich von Akkumulatoren, Rohren und Armaturen in der chemischen Industrie über Anoden für die Chromelektrolyse bis zu Kabelmänteln. Als weitere Anwendungsgebiete sind Schrotkugeln und korrosionsbeständige Überzüge wie zum Beispiel PbSb5 auf Stahlblechen der chemischen Industrie zu nennen.

Verwendung als Lagermetalle:
Lagermetalle nach DIN 1703 zeichnen sich durch gute Laufeigenschaften bei gleichzeitigem, geringem Verschleiß aus. Aufgrund ihres niedrigen Schmelzpunktes können die niedrig legierten Lagermetalle jedoch keinen zu großen Belastungen ausgesetzt werden. Als Hauptlegierungselemente von Lagermetallen sind Antimon und Zinn, die bis zu 17% bzw. bis zu 10% enthalten sind, und geringere Gehalte bis zu ca. 1% an Kupfer, Arsen, Cadmium und Nickel zu nennen.

Verwendung als Letternmetall:
Letternmetalle nach DIN 16 512 sind im Druckgewerbe eingesetzt worden. Sie enthielten neben Blei noch bis zu ca. 30% Zinn und Antimon. Sie zeichnen sich durch eine sehr dünnflüssige Schmelze und durch geringes Schwinden beim Erstarrungsprozess aus.

Bleilegierungen können bei der ACL GmbH sowohl auf die Materialzusammensetzung, Härte als auch Einschlüsse oder Seigerungen im Gefüge hin untersucht werden.

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